Vor ziemlich genau zwei Jahren hab ich hier die erste Platte vom Achim Kirchmair Trio besprochen. Jetzt ist der Nachfolger „Sunkeeper“ da. Die Besetzung Gitarre, Tuba & Schlagzeug ist geblieben, aber diesmal hat sich Bandleader Achim Kirchmair noch den slowenischen Trompeter David Jarh mit dazu geholt. Und der fügt sich ganz wunderbar in den harmonischen Bandsound ein.

Während ich das schreibe, scheint die Sonne an einem blitzblauen Himmel und obwohl Corona immer noch den Alltag bestimmt, bringt mich „Sunkeeper“ in eine heiter-verträumte Stimmung. Irgendwie scheint alles an diesem Album dahinzuschweben. Obwohl alle vier Musiker klar im Jazz verortet sind, lassen sie den Skalen-Sport zum Glück meilenweit hinter sich und vertrauen einfach in die Schönheit der Musik. Das klingt leichtfüßig und zugänglich, aber niemals banal.

Achim Kirchmair Trio
Achim Kirchmair ©Gernot Muhr

 

Ganz vorsichtig und bedächtig beginnt der erste Song „Northern Lights“ – als würde einen die Platte erstmal ein bisschen anstupsen, bevor es richtig losgeht. Der Titelsong „Sunkeeper“ gibt der Gitarre von Achim Kirchmair die perfekte Leinwand um ihre Geschichten zu erzählen. Beim warmen Sound von „Morning Sun“ muss ich direkt an den gerade verstorbenen Bill Withers denken und „Catch up with the fishing nets“ bekommt durch den schiebenden Basslauf von Ali Angerer und seiner Tuba einen lässigen Drive.

Wo das Debüt „Going To Ladakh“ noch ein paar Anleihen aus der Rockmusik genommen hat, ist „Sunkeeper“ stets und eindeutig eine Jazz-Platte. Was gleich geblieben ist, sind die Weite der Klanglandschaften, die Ruhe, die diese vier Musiker ausstrahlen. Genau das richtige für alle, die im Moment ein bisschen in den Arm genommen werden wollen.