Ich kaufe seit einiger Zeit wieder Platten. Vor fast zwei Jahren hab ich den alten Plattenspieler aus Teenagerjahren gegen was Besseres von Pro-Ject eingetauscht und schon macht die Sache richtig Spaß. Ich bin jetzt nicht so der Bastler und steige auch nicht in die Tiefen des „welche Nadel ist die allerallerbeste“ und „auf welcher Unterlage muss der Plattenspieler für den optimalen Sound stehen“ ein, aber dass Platten waschen was bringt, hab ich in „Der Schallplattenladen“ gelernt.

Vinyl zum Verlieben

Ein feines Fachgeschäft im schönsten Sinne des Wortes, denn die Leute da sind echt vom Fach. Kennen sich mit Pop, Rock, aber eben auch mit Jazz und Klassik aus. Es gibt den Laden seit 1993 und Inhaber Stefan Maierhofer hat noch nie was anderes als Vinyl gesammelt. Für CDs hat er nur ein mildes Lächeln übrig: „16 Bit mit 44kHz Abtastrate – das ist technisch so ungefähr kurz nach dem Commodore.“ Und: „Wir haben hier im Laden Mono-Platten von 1950 die sind 77 Jahre alt und spielen toll.

Take this Streaming-Kultur! Wobei ich ja gerne beides nutze. Unterwegs ist Spotify natürlich sehr praktisch, aber zuhause darf es dann schon ein bisschen kontemplativer werden. Stefan Maierhofer erklärt den Unterschied: „Des läuft so im Hintergrund, eine beliebige Abfolge von Titeln, irgendeine Playlist und man hört eigentlich gar nicht genau zu. Das ist bei einer Platte anders. Man legt die auf und genießt sie.

Stefan Maierhofer – „Der Schallplattenladen“

 

Ich hab manchmal ein bisschen Manschetten in leicht nerdige Spezialisten-Läden reinzugehen, weil man immer das Gefühl hat, man müsse da vorher irgendeine Ausbildung machen, aber die Angst braucht man in „Der Schallplattenladen“ wirklich nicht zu haben. Alle dort sind echt nett, haben gute Tipps und man kann sich jede Platte vor dem Kauf anhören. So kommt man auch über die Auswahl von anderen Kunden auf neue, interessante Dinge. Schaut einfach mal vorbei. Der Laden ist mitten in Haidhausen in der Pariserstr. 50, ganz in der Nähe vom Ostbahnhof.